Katharina Gahlert

 

 

 

 

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftigt mich die Frage, welche Muster und Strukturen sich hinter gegenwärtigen Phänomenen verbergen. Dies kann eine Landschaft, eine abstrakte Denkfigur, menschliche Verhaltensweisen oder eine Materialbeschaffenheit betreffen. Dabei begreife ich Muster und Struktur nicht als starre Konstrukte, sondern als etwas, das sich im permanenten Wandel befindet und somit Lebendigkeit und im weiteren Sinne auch Vergänglichkeit beinhaltet. Diesem Ansatz folgt auch die Wahl der bevorzugten Materialien für meine Objekte und Installationen: Textilien und organische Gewebe verkörpern das Wesen der Endlichkeit in mehrfacher Hinsicht. Es zeigt sich in der überschaubaren Lebensdauer des Materials ebenso wie in der weichen, veränderlichen Formbarkeit. Die Objekte sind oft aus organischen Materialien wie Haut, Haaren, Knochen oder Zähnen tierischen Ursprungs gefertigt oder erinnern formal an Lebendiges, Gewachsenes. Sie weisen eine Nähe zu Schmuckkunst auf, beziehen sich stets auf den menschlichen Körper und können auch von solchen wie Schmuck getragen werden. Gleichzeitig funktionieren sie auch als Objekte für sich im Raum. Analog zur Körperbezogenheit der Objekte verhält es sich mit den textilen Arbeiten, die sich auf konkrete Landschaften und Räume mit deren spezifische Gegebenheiten beziehen.